Die Seite des Jugenreferenten

Ein kurzer Einblick in den "Probenalltag" unserer Jugend:

Wir erscheinen nicht jeden Dienstag und Freitag pünktlich um 19 Uhr bei der Probe, musizieren bis 20.30 Uhr, packen unsere Instrumente wieder ein und gehen nach Hause. Nein, bei uns läuft es anders ab: wir (naja, manche von uns halt) erscheinen überpünktlich um 18.45 Uhr in unserem "Jugendraum", welcher früher einmal unser altes Probelokal war, packen unser Instrument aus, holen unsere Noten, legen sie in den Proberaum und dann kann der Spaß beginnen.

Die Burschen stürzen sich auf den begehrten Tischfußballtisch, um eine Runde zu "wuzzln", um ihr Können unter Beweis zu stellen. Andere, die keinen Platz mehr beim Kickertisch erwischt haben, schnappen sich Dartpfeile und konkurrieren sich bei dem Geschicklichkeitsspiel, bei dem auch gerne mal die Mädls den Burschen zeigen, wo`s lang geht. Und alle die, die vor der Probe ein wenig Ruhe brauchen, setzen sich an einen Tisch zusammen, plaudern über vergangene Wochenenden und tauschen die neuesten Informationen aus (wobei es sich bei dieser Gruppe hauptsächlich um Mädchen handelt). Plötzlich wird jeder durch ein lautes Klatschen in die Hände aus seiner "Spielewelt" gerissen und es ertönt die Stimme unseres Kapellenmeisters: "Einsteigen", lautet die kurze aber doch eindeutige Botschaft. Auf gut Deutsch, die Probe beginnt. Aber es ist kein Grund, sein Gesicht zu verziehen, denn eigentlich sind wir ja wegen der Musik da. Am Ende der Probe werden noch Märsche gespielt, um den Geburtstagskindern zu gratulieren, wofür wir meistens mit einer Getränkerunde belohnt werden und nach zirka 1 ½ Stunden ist der Proberaum wieder leer. Die Instrumente und Noten werden wieder weggeräumt, ein Getränk wird zur Stärkung für den kommenden Abend an der Theke geholt und schon gleich darauf beginnt der ganze Spaß von vorne.......

Wobei zu erwähnen ist, dass am Dienstag der Spaß nach der Probe nicht so lange anhält wie am Freitag, da am nächsten Tag für die meisten von uns ja wieder Schule angesagt ist.

Als Jugendreferent sind mir zwei Dinge besonders wichtig, dass die Jugendlichen Spaß am Musizieren haben und die Gemeinschaft. Wir sind nicht ein Verein, bei dem man nur seiner Pflicht nachgeht, dem Musizieren, sondern ein Verein, bei dem das Zusammengehörigkeitsgefühl eine sehr große Rolle spielt. Als Jugendreferent sehe ich meine Aufgabe darin, eine Verbindung zwischen den älteren und den jüngeren Musikern zu sein. Wenn wir ein Kind neu in unserem Verein begrüßen können, so ist es vielleicht am Anfang eher schüchtern, traut sich nicht viel zu sagen/ fragen und sucht nach der Probe sofort das Weite. So soll es aber nicht sein. Der Neuankömmling kann jeder Zeit zu mir kommen und mit mir reden. Wenn er eine Frage an einen Erwachsenen hat, wie zum Beispiel an unseren Kapellenmeister oder an unseren Obmann, aber noch zu schüchtern ist, so bin ich dafür da, Informationen weiterzuleiten oder gemeinsam mit den Erwachsenen ein Gespräch zu finden. Wir, die Jugend, freuen uns auf jeden Neuzugang und versuchen, ihn möglichst rasch in unsere Gruppe einzubauen, um ihm den Einstieg in unseren Musikverein so gut wie es geht zu ermöglichen.

Ich versuche auch, ab und zu etwas mit der Jugend zu unternehmen. Einmal weg von unserem Probelokal, weg von den Gedanken für die nächsten Konzerte und Ausrückungen und weg von den vielen schwarzen Linien und Punkten auf einem weißen Blatt Papier. Einfach abschalten und auch ohne Instrument mit der Musikgruppe gemeinsam Spaß haben. Wir sind ohne Erwachsene, keiner sagt uns, was wir zu tun haben und mit der Zeit merken wir, dass wir mehr sind, als nur Musikkollegen, wir sind Freunde geworden. Wir gehen bowlen, machen ein kleines Fußballmatch, gehen ins Kino, sehen uns in unserem Probelokal über den Beamer gemeinsam einen Film an oder gehen ins Freibad. Die Burschen können einen Pokerabend machen, die Mädls eine Shoppingtour oder wir alle gehen im Winter einmal Schlittenfahren (inklusive Schneeballschlacht). Eigentlich ist es egal, was wir machen, die Hauptsache ist, das wir was machen, und das zusammen. Mein Ziel bei solchen トVeranstaltungenモ ist es, die Gemeinschaft der Jugendlichen zu fördern und ihre Freizeit sinnvoll zu nützen. Ich hoffe, dass wir in nächster Zeit noch viele schöne geimeinsame Stunden haben werden, egal ob mit oder ohne Instrument.

Euer Jugendreferent Häusi